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Film und Religion im Russischen Reich und der UdSSR

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Filminfo

Titel: Die Gott anlügen (Chlysten. In den Armenvierteln Moskaus)
Land: Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR)
Jahr: 1917
Genre: Spielfilm
Rollenanzahl: 5
Annotation: »Der erste Film aus der Antisektenserie 'Die Gottessucher'. Basierend auf Dokumenten des Chlystenprozesses. Der Chlysten-'Christus' Ignatij in eine kleine Provinzstadt und gründet dort ein neues 'Chlystenschiff'. In sein Netz geht der reiche Kaufmann Knaževskij. Aber Ignatij interessiert nicht das Geld des Kaufmanns sondern dessen Tochter Dunjaša, die er zu seiner Geliebten und einer neuen ‘Gottesmutter’ machen will.
Ignatij zwingt den Kaufmann, Dunjaša in ein Gehöft zu bringen, wo er versucht, sein Ziel zu erreichen. Aber er trifft auf ihren entschiedenen Widerstand. Dunjaša wird von ihrem Bräutigam Boris mit Hilfe seiner Freunde befreit. Dann beschließt Ignatij, die örtliche Millionärin Vasil’kova zur 'Gottesmutter' zu machen. Als die 'frühere' Gottesmutter Aksin’ja davon erfährt, informiert sie die Polizei, die die Sektierer verhaftet. Ignatij gelingt es zu entkommen und nimmt das ganze Geld der Sekte mit. Im Film gibt es zwei ausdrucksvolle Szenen mit rituellem Tanz.«
(ChK)
Bemerkung: Die Chlysten (Geißler) sind Anhänger einer im 17. Jahrhundert aus der russ.-orthodoxen Kirche hervorgegangenen Sekte. Die Chlysten nannten ihre Propheten 'Christus' und 'Gottesmutter' (bogorodica). Sie versammelten sich zu ekstatischen Ritualen. Rasputin wurde vorgeworfen, ein Mitglied dieser Glaubensgemeinschaft gewesen zu sein.
Zu den „dionysischen“ Chlysten als „spirituellen Christen“ vgl. Berdjaev, “Spiritual Christianity and Sectarianism in Russia”, 1916, November, Russkaja Mysl’: http://www.berdyaev.com/berdiaev/berd_lib/1916_252a.html
Russische Sekten waren bis zum Toleranzedikt 1905 offiziell verboten. Im von Nikolaj II erlassenen Toleranzedikt (Ukaz Ob Ukreplenii Načal Veroterpimosti) durfte die Konfession frei gewählt werden.
Fundstelle: Gosfil'mofond
Produktion: T/D "Rus'"
Regie: A. Čargonin
Drehbuch: N. Vinogradov
Kamera: Ju. Željabužskij
Ausstatter: S. Kozlovskij
Schauspieler: E. Romanova (Aksin'ja, Chlysten-‘Gottesmutter’, Ignatijs Geliebte), O. Bonus (Knjaževskijs Frau), P. Stojanov (Kaufmann Knjaževskij), Pel'tcer (Pavel, Chlysten-‘Apostel’), R. Missan (Dunjaša, Knjaževskijs Tochter), Vyrubov (Ignatij, Chlysten-‘Christus’)
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