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Film und Religion im Russischen Reich und der UdSSR

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Filminfo

Titel: Falschmünzer
Land: UdSSR
Jahr: 1928
Genre: Spielfilm
Ton: stumm
Farbe: s-w
Rollenanzahl: 7
Länge: 1800
Annotation: »Grundlage des Films ist die Lebensgeschichte des österreichischen Biologen Paul Kammerer (1880-1926). Ein westliches katholisches Land in den1920er Jahren. An der Universität eines alten Städtchens arbeitet Professor Zange. Nach langen Versuchen an Salamandern kommt er zu dem materialistischen Ergebnis, das die wissenschaftliche Kirchenlehre, nach der Gott alle lebenden Organismen auf ewig unveränderbar gestaltet hat, widerlegt. Der Zoologie-Professor und Jesuit Božezinskij beginnt zusammen mit dem Nationalisten und Katholiken Prinz Karlštejn einen Kampf gegen Zange, bei dem er die schmutzigsten Mittel anwendet. Er bezichtigt den Wissenschaftler der Fälschung seiner Versuche und sogar der Schändung Minderjähriger. So erreicht er, dass der Professor aus der Universität vertrieben wird. Einige Zeit später kommt Zange auf Einladung der Sowjet-Regierung in die UdSSR, um dort seine Arbeit fortzusetzen … « (ChK)
Bemerkung: Drama. Premiere in Moskau 4.12.1928.
http://www.kino-teatr.ru/kino/movie/sov/8825/annot/

Film wurde der deutschen Zensur im Januar 1929 vorlegt und verboten.
„Dieser in deutsch-russischer Koproduktion entstandene, aber von der deutschen Zensur verbotene Film bringt bereits 1928 eine ahnungsvolle Warnung vor dem bevorstehenden Rassenwahn. Professor Zanges Forschungen zur Vererbungslehre provozieren Adlige, nationalistische Korpsstudenten und Klerikale. Sie bekämpfen Zange mit Fälschungen seiner Forschungsergebnisse, mit Falschmünzerei und ermorden schließlich seine Frau. In Deutschland hat der deutsche Wissenschaftler keine Chance mehr. Er emigriert in die Sowjetunion, wo Volksbildungskommissar Anatolij Lunacarskij im Finale höchstpersönlich den vorurteilsfrei progressiven Geist sowjetischer Wissenschaft preist. Gedreht wurde der Film vor allem in München, aber auch in Berlin und Leipzig.“ (GoEast 2003, http://goeast.deutsches-filminstitut.de/goeast_2003/content/filme/falschmuenzer_salamandra.htm)

Will Münzenberg, Produktionschef vom Prometheus, dem deutschen Partnerstudio von Mežrabpomfil’m, stammte aus Erfurt.
Fundstelle: Gosfil'mofond
Produktion: Mežrabpomfil'm, Prometeus-Fil'm (Berlin)
Regie: G. Rošal'
Drehbuch: A. Lunačarskij, G. Grebner
Kamera: L. Forest'e
Ausstatter: V. Chmelev, V. Egorov
Drehort: Berlin-Staaken [Deutschland],Erfurt [Deutschland] (Dom, Severikirche)
Schauspieler: A. Lunačarskij, B. Goetcke (Professor Cange), Elsa Temary, N. Chmelev (Prinz Karlstein, Nationalist und Katholik), N. Rozenel' (Felicija, Canges Ehefrau), S. Komarov (Jesuit Bržezinskij, Zoologieprofessor), V. Fogel', V. Fogel' (Baron Petiskus)
Literatur: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=15910;
A.S., Izvestija CIK 19.12.28;
A.V. Lunačarskij, Intelligencija i religija, Moskau 1925;
Bezbožnik 1929, 3: Ju. Ardi: “Bog na ekrane”, 10-11.;
Günter Agde / Alexander Schwarz (Hg.), Die rote Traumfabrik. Meschrabpom-Film und Prometheus (1921–1936), Berlin 2012;
Jakov Koval‘čuk, Pro ksendzov, Moskau 1930;
Paul Scheffer: Der Salamander in Moskau, Berliner Tageblatt, 23.12.1928 ("wie eine Parodie auf die vielberufene deutsch-russische kulturelle Zusammenarbeit.” […] “sollte man wirklich auf diese Weise, in diesem dekadenten Filmstil, unsere kulturelle Zusammenarbeit mit der westlichen revolutionären Intelligenz und dem Proletariat ausbauen? Ich glaube, dass der Stil des Salamander (und Stil ist der Ausdruck der Weltanschauung) recht zweifelhaft und angreifbar für unseren revolutionären Weg in den Westen ist!”))
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