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Film und Religion im Russischen Reich und der UdSSR

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Filminfo

Titel: Aufstand der Fischer
Land: UdSSR
Jahr: 1934
Genre: Spielfilm
Farbe: s-w
Länge: 88
Annotation: »Nach einer frühen Erzählung von Anna Seghers inszenierte der deutsche, nach Moskau emigrierte Theaterregisseur Erwin Piscator sein Spielfilmdebüt. Die aufwendige und teure Produktion wurde mit einem deutsch-russischen Team begonnen, musste abgebrochen werden und konnte erst in einem zweiten Anlauf – nun ausschließlich mit sowjetischen Mitwirkenden – realisiert werden. Stalin mochte den Film nicht, weshalb sein Kinoeinsatz begrenzt blieb. Erwin Piscator emigrierte nach Paris und weiter in die USA. Die Kopien seiner einzigen Filmregie blieben in der Sowjetunion. Der Titel ist wörtlich zu nehmen: Hochseefischer machen einen Aufstand gegen Unternehmer und Aufkäufer, weil sie mehr Lohn für ihre mühselige Arbeit haben wollen. Expressive Bilder vom ärmlichen Leben in einem Fischerdorf mit einer schäbigen Kneipe als Kommunikationszentrum. Dort wohnt eine junge, viel begehrte Frau, die zusätzliche Verwirrungen unter die Männer bringt. Die Beerdigung eines Opfers wird zur opulent inszenierten Massenaktion der Fischer, bei der die karge Landschaft und die bizarren Bauten mitspielen.«
(Berlinale, https://www.berlinale.de/de/archiv/jahresarchive/2012/02_programm_2012/02_Filmdatenblatt_2012_20126361.php)

»Proletarier aller Länder, vertragt euch! Oder: Als die Bilder der Volksfront laufen lernten, so richtig aber nie in Fahrt kommen wollten… schon gar nicht in der bereits durchrevolutionierten UdSSR. "Die Zeiten der Blauen Bluse sind bei uns vorbei", schreibt Osip Brik, darüber stöhnend, dass Piscator "pausenlos Pathos verabreicht". Naturgemäß sind dies aber Kategorien, die heute eine gar magnetische Anziehungskraft auf uns haben, besonders in ihrer klassenkämpferischen Einfärbung. Außerdem auf der Agenda: aktuellste Seelenkonflikte (der Fischer von St. Barbara) in Sachen Lohnstreik und ein fast Sirk'scher Leichenzug, mündend in einer gewaltigen Protestdemo (gegen den Ausbeuter Bredel). Dass Stalin diesen "deutschen Russenfilm" nicht leiden konnten, macht ihn zusätzlich attraktiv: als Signifikant eines interkulturellen Widerstreits.«
(B.W., Österreichisches Filmmuseum)
Bemerkung: Premiere 5.10.1934. Deutsche Erstaufführung der wieder aufgefundenen stummen Fassung des Films. Filmkopie: Deutsche Kinemathek, Berlin
Produktion: Mežrabpomfil'm
Regie: M. Doller, Willy Döll
Drehbuch: Erwin Piscator, G. Grebner
Kamera: M. Kirillov, P. Ermolov
Musik: F. Sabo, N. Čemberdži, V. Fere
Schauspieler: A. Dikij, D. Konsovskij, Ė. Cesarskaja, Ju. Gliser, K. Ėggert, N. Gladkov, S. Martinson, V. Janukova, V. Kovrigin
Illustrationen
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